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Kupierte Hunde

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Schönheitsoperationen sind heute für viele Menschen Normalität. Sie lassen sich die Nase verschönern, Fett absaugen oder vielleicht die Brust vergrößern. Das ist auch vollkommen in Ordnung, denn sie haben diese Entscheidung für sich getroffen und nehmen daher alle Schwierigkeiten, die mit einer solchen Operation einhergehen, in Kauf. Was ist aber mit Schönheitsoperationen bei Hunden? Viele schreien hier gleich entsetzt auf, finden aber den “Stummelschwanz” beim Boxer vom Nachbarn so niedlich. Auch das ist eine Schönheitsoperationen. Jedoch ist es eine, bei der der Patient kein Mitspracherecht hat und teilweise extrem leiden muss.

Noch heute ist es bei einigen Hunderassen anscheinend ganz normal, dass man ihnen die Rute amputiert oder Teile der Ohren weg nimmt. In diesem Fall spricht man vom Kupieren, das in Deutschland eigentlich nach § 6 des Tierschutzgesetzes verboten ist. Ausnahmen gibt es nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt und leider auch dann, wenn der Hund für die Jagd eingesetzt wird. Ansonsten ist das Kupieren also verboten – und dennoch sieht man noch viele Beispiele bei einigen Hunderassen, die mit dieser Verstümmelung leben müssen.

Kupieren ist Tierquälerei

Warum ein Mensch auf die Idee kommt, seinen Hund zu kupieren, ist für Tierfreunde nicht nachvollziehbar. Nur aus ästhetischen Ansprüchen heraus werden die Hunde hier meist schon wenige Tage nach der Geburt operiert und die Rute wird abgeschnitten. Darüber hinaus müssen noch einige Wirbel entfernt werden. Man muss kein Medizin-Studium hinter sich haben, um sich die Folgen einer solchen Operationen vorstellen zu können: Der Hund leidet nach dem Eingriff extrem unter den Schmerzen.

Auch beim Kupieren der Ohren sieht es nicht viel anders aus. Das geschieht bei Hunden oft im Alter von 8 – 12 Wochen und ist noch viel qualvoller. Ziel dieser Operation ist es, dass die Ohren aufgerichtet bleiben – und das Aufrichten nach dem Eingriff ist für die Welpen extrem schmerzhaft. Noch dazu ist die Kupierung und die damit verbundenen Schmerzen natürlich auch ein großer Einschnitt in der psychischen Entwicklung des Welpen, der eigentlich nichts als Liebe und Sicherheit kennen lernen sollte und stattdessen Schmerz und Leid erfährt.

Aber nicht nur die Eingriffe an sich sind schlimm für jeden Hund. Das Kupieren belastet das Tier das ganze Leben lang, denn sowohl die Rute als auch die Ohren sind ein wichtiges Kommunikationsinstrument für unsere Hunde. An ihnen können wir aber auch fremde Hunde erkennen, wie sich der Hund fühlt und was er mitteilen möchte. Diese Möglichkeit wird ihm mit dem Kupieren genommen. Noch dazu ist der Gleichgewichtssinn des Hundes durch das Kupieren gestört. Somit ist Kupieren Tierquälerei auf Lebenszeit.

Kupierte Hunde aus dem Ausland

Wieso sieht man eigentlich noch so viele kupierte Hunde, obwohl es bei uns und auch in den Nachbarländern wie Österreich und der Schweiz verboten ist? Zum einen gibt es leider immer noch Züchter und auch Tierärzte, die sich über das Verbot hinweg setzen und die Eingriffe vornehmen lassen, um einem längst überholten Rassebild nahe zu kommen. Anzeigen erfolgen hier nur selten. Zum anderen gibt es aber auch kein Import-Verbot von kupierten Hunden und so ist der Nachschub aus Ländern, die diese Tierquälerei noch nicht gesetzlich verboten haben, weiterhin gesichert.

So lange wir Menschen uns immer noch denken, wir wären den Tieren überlegen, und sie nach unserem Geschmack gestalten, wird das Kupieren leider ein Thema bleiben und noch viele Hunde müssen unter diesen Eingriffen leiden. Jeder, der Tiere liebt, sollte daher mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen und darüber aufklären, wie viel Leid wir den Hunden damit zufügen!