Wer anderen einen Schaden zufügt, muss diesen ersetzen – und zwar vollumfänglich. Dies ist im Bürgerlichen Gesetzbuch festgelegt und wird als sogenannte gesetzliche Haftpflicht bezeichnet. Zur Regulierung des verursachten Schadens wird dabei das gesamte Vermögen des für die Schädigung Verantwortlichen herangezogen. Sollte dieses nicht ausreichen, um alle Schadenersatzansprüche zu begleichen, kann auch das Einkommen des Verursachers genutzt werden. Selbst zukünftiges Einkommen stellt diesbezüglich keine Ausnahme dar.

Die meisten Situationen, in der die Haftpflicht gilt, betreffen kleinere Schäden, die sich relativ leicht wieder ausgleichen lassen. Im Falle schwerwiegender Schädigungen ist das jedoch häufig anders. Vor allem wenn Personenschäden auftreten, können die Schadenersatzforderungen enorm hoch werden. Fügen Sie jemanden einen körperlichen Schaden zu, kann dieser beispielsweise Kosten für ärztliche Behandlungen und Rehabilitation geltend machen. Für den Zeitraum des entstandenen Verdienstausfalls werden im Regelfall zudem Lohnausgleichsforderungen gestellt. Kann der Geschädigte seinen Beruf zukünftig nicht mehr ausüben oder wird gar zum Pflegefall, gehen die gestellten Forderungen häufig in die Millionen. So wird solch ein Vorfall nicht nur für den Geschädigten selbst unangenehm, sondern auch für Sie als Schadenverursacher. Finanziell betrachtet können Extremfälle schnell existenzbedrohliche Ausmaße annehmen.

Die im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelte Haftpflicht ist Grundlage der privaten Haftpflichtversicherung. Diese kann genutzt werden, um sich gegen mögliche Forderungen, die aus der gesetzlichen Haftpflicht resultieren, zu schützen. Eine private Haftpflichtversicherung reguliert dabei alle berechtigten Forderungen gegen ihren Versicherten. Mutwillig verursachte Schädigungen hingegen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Im Rahmen des Vertragsabschlusses wird eine sogenannte Versicherungssumme festgelegt, deren Höhe wichtig ist. Diese stellt praktisch die Höchstgrenze für zu regulierende Schäden dar und gilt für jeden Schadenfall separat. Dennoch sollte man als Versicherungsnehmer darauf achten, vertraglich eine möglichst hohe Absicherungssumme zu vereinbaren. Im Regelfall sollten mindestens 3 Millionen Euro festgelegt werden. Nur so ist der Betroffene auch in Extremfällen ausreichend abgesichert. Für den vom Versicherer gebotenen Schutz berechnet der Anbieter eine Versicherungsprämie, die vom Versicherungsnehmer zu zahlen ist. Höhere Absicherungssummen bedeuten höhere Beitragsforderungen. Allerdings steigen die zu zahlenden Beiträge häufig nur im überschaubaren Ausmaß, wenn auf höhere Absicherungssummen zurückgegriffen wird. Im Zweifelsfall sollte der Fokus also eher auf den Punkt einer komfortablen Versicherungssumme liegen.

Tipp: Vor dem Vertragsabschluss sollte immer ein intensiver Preisvergleich stehen – zum Beispiel per Vergleich im Internet. Denn vor allem die Fülle verschiedener Versicherungsanbieter ermöglicht durchaus attraktive Einsparmöglichkeiten. Zwar gehören private Haftpflichtversicherungen nicht zu den teureren Absicherungen. Dennoch kann ein Preisvergleich bares Geld sparen. Im Zusammenhang mit dem Preisvergleich sollte immer aber auch ein Leistungsvergleich vorgenommen werden. Die Möglichkeit eines kostenfreien Angebotsvergleichs bietet sich übrigens auch dann, wenn bereits ein Haftpflichtversicherungsvertrag besteht. Denn nach Ablauf der festgelegten Versicherungszeit ist ein problemloser Anbieterwechsel möglich. Lediglich bestehende Kündigungsfristen sollten beachtet werden.

Was Tierbesitzer wissen sollten

Im Versicherungsrecht gelten Tiere praktisch als Sache. Das bedeutet, dass diese einen Besitzer haben, der im Fall der Fälle für Schäden haftet. Verursacht der (meist) vierbeinige Liebling einem Dritten einen Schaden, kann demnach der Besitzer des betreffenden Tieres haftbar gemacht werden. Grundsätzlich schützen private Haftpflichtversicherungen ihre Versicherten im gesamten Privatbereich. Auch Tiere sind eingeschlossen – allerdings nur sogenannte „zahme Haustiere“. Dazu gehören beispielsweise Katzen, Kaninchen, Meerschweine und Vögel. Hunde und Pferde zählen hingegen nicht dazu. Um sich gegen deren mögliche Schädigungen abzusichern, ist eine separate Tierhalterhaftpflichtversicherung nötig.